Klingt wie Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen auf der Münchner Sicherheitskonferenz

Familie und Flächenbombardement müssen vereinbar sein

Gastbeitrag Von

Die Tatsache, dass die deutsche Verteidigungsministerin immer noch nach München eingeladen wird, zeugt davon, dass der Ruf der Bundeswehr noch längst nicht so beschädigt ist, wie es unsere militärischen Gegner im Aus- und Inland gerne hätten. Zwar ist mir bewusst, dass es sich bei der Sicherheitskonferenz letztlich nur um eine private Lobbyveranstaltung ­immens reicher Todesausstatter handelt; umso erfreulicher ist aber, dass wir von der Bundeswehr hier immer noch als Ansprechpartner begriffen werden. Von daher schon mal danke. Auch für mich persönlich ist das eine angenehme Überraschung. Viele hielten mich ja, nachdem ich vor zwei Jahren noch zur »Kanzlerin der Reserve« ausgerufen wurde, inzwischen für so veraltet wie die restliche Bundeswehrausstattung, hahaha! Aber dank der Wahl Trumps sind, wenn Sie mir diese etwas flapsige Bemerkung gestatten, die Karten neu gemischt. Plötzlich soll sogar mehr Geld für Rüstung ausgegeben werden, und mein Name taucht auch wieder in Leitartikeln auf. Das finde ich gut. Die Lasten der Sicherheit in der Nato werden nun neu verteilt. Auf gut Deutsch: Die Griechen werden wieder deutsche Panzer kaufen müssen, wenn sie sich soziale Luxusartikel wie ein elftes Monatsgehalt leisten ­wollen. Umgekehrt haben wir mit der Bundeswehr auch eine schöne Möglichkeit, die ganzen Bildungsverlierer aus dem Osten kostengünstig auf der arabischen Halbinsel zu verheizen. Die von mir forcierte Vereinbarkeit von Familie und Flächenbombardement sorgt dafür, dass die ­Bevölkerungszahlen so auch relativ konstant bleiben. Sagen wir es deutlich: Wenn für jede Hochzeitsfeier, die in Afghanistan gesprengt wird, sich ein deutsches Soldatenehepaar für ein Kind entscheidet, ist das für mich letztlich eine Positivbilanz. Ich komme zum Ende, denn für mehr Redezeit hat das Budget leider nicht gelangt. Damit die deutsche, Quatsch, europäische Dominanz in Sicherheitsfragen ethisch vertretbar bleibt, müssen Folter und zivile Opfer auf jeden Fall vermieden werden. Ebenso wie willkürliche Genozide oder ­Massenhinrichtungen. Sollte ich von solchen Vorfällen unter unseren ­Rekruten hören, werde ich denen persönlich die Hosenböden lang­ziehen! 

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