Francisco Guterres, Präsident von Osttimor

Guterres gewinnt

Porträt Von

Der dritte Anlauf war erfolgreich. Francisco »Lú-Olo« Guterres wurde am 21. März zum Präsidenten Ost­timors gewählt. Der ehemalige Guerillakämpfer für die Unabhängigkeit Osttimors und Kandidat der Partei Fretilin erhielt mit etwa 57 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Er hatte bereits erfolglos in den Jahren 2007 und 2012 für das hauptsächlich repräsentative Amt kandidiert und löst nun den seit 2012 amtierenden Taur Matan Ruak ab. Zweitplatzierter der diesjährigen Wahl ist der Bildungsminister António da Conceição vom Partido Democrático (PD) mit etwa 33 Prozent. Unter den acht Kandidierenden war auch eine Frau.
Guterres, der als Favorit galt, wurde von José Alexandre »Xanana« Gusmão (Präsident von 2002 bis 2007) und seiner Mitte-links-Partei CNRT unterstützt. Es waren die vierten Wahlen seit der Unabhängigkeit des Landes im Mai 2002 und die erste Wahl, die ohne die UN abgehalten wurde. Osttimor war bis 1975 portugiesische Kolonie und unterlag in den folgenden Jahrzehnten der Besatzung Indonesiens.
Er wolle die Lebensbedingungen der Bevölkerung »in allen Bereichen ändern, wie in Gesundheitsversorgung, Bildung und nachhaltigem wirtschaftlichem ­Leben«, sagte Guterres nach seiner Stimmabgabe in der Hauptstadt Dili der New York Times zufolge – ein Versprechen an die rund 1,2 Millionen Einwohner Ost­timors. In dem von Armut, etwa 60 Prozent Arbeitslosigkeit und Korruption geprägten südostasiatischen Land erwirtschaften mittlerweile Öl- und Gasexport 95 Prozent der Staatseinnahmen. Wegen der Knappheit der Ölressourcen wird nach alternativen Einkommensquellen, etwa in Tourismus und Landwirtschaft, gesucht.
Nach den Wahlen im Jahr 2012 hatte Monika Schlicher, Osttimor-Expertin der NGO Watch Indonesia, mit der Deutschen Welle über das Wahljahr 2017 gesprochen, in dem sie »einen Generationswechsel in Osttimor« prophezeite: »Die Widerstandsgeneration wird abtreten und das Zepter an die nächste Generation weitergeben.« Mit der Wahl des 62jährigen Veteranen hat sich diese Vorhersage jedoch nicht erfüllt. 

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