Verflucht!

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Der Draft, also die Verpflichtung der Nachwuchs-Footballspieler durch NFL-Vereine, ist eine sorgfältig orchestrierte, familienfreundliche Show, in der vom Einlaufen über den roten Teppich bis hin zur Zeit, die für Dankesreden vorgesehen ist, nichts dem Zufall überlassen wird. Bis dieses Jahr Takkarist McKinley kam, ein Defensive End, der in der ersten Draft-Runde von den Atlanta Falcons verpflichtet wurde. Seine Geschichte ist für NFL-Verhältnisse nicht ungewöhnlich – mit fünf Jahren wurde er von seiner Mutter verlassen, sein Onkel und seine Tante und vor allem die Großmutter kümmerten sich von da an um das Kind.

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Die Familie war arm und zunächst sah es nicht so aus, als ob McKinley seinen großen Traum, Football-Profi zu werden, verwirklichen können würde. Mit Hilfe eines engagierten Trainers und viel Zufall schaffte er es schließlich doch, an der renommierten UCLA angenommen zu werden. Und am Freitag vergangener Woche als einer der ersten Spieler für die NFL verpflichtet zu werden.

Nun hätte die Geschichte, wie McKinley der Oma auf ihrem Totenbett versprach, alles daranzusetzen, Profi zu werden, seine Dankesrede zu einem Kitsch-Event ersten Ranges machen können. Hätte. Denn der 21jährige brachte zwar ein Bild der Großmutter mit auf die Bühne und erzählte sehr emotional von ihr, rief dann aber: »Ich habe mein Versprechen gehalten, this means every fucking thing to me.« Und setzte unter dem Jubel des Publikums hinzu: »Entschuldigt meine Sprache. Fine me later (Ihr könnt mir später ruhig eine Geldbuße geben)«. Der Gebrauch eines im Fernsehen verbotenen four-letter word und die Störung des Draft hat @Takk, wie er auf Twitter heißt, nicht geschadet. »Sich anders ausdrücken kann er morgen, heute ist sein großer Tag!« befand man auf Twitter. Ein Fan schrieb: »Ich bin noch nie so schnell Fan eines Spielers geworden.«