Homestory

Homestory #33

Homestory

Sie und Sie! Und Sie auch! Sie alle sollten sich mal ein Beispiel an unserem Lieblingsleser Benjamin R. nehmen. Der nämlich hat die Jungle World nicht nur gelesen, sondern so ernst genommen, wie es geboten ist. Deshalb hat er der vor zwei Wochen in der Kolumne »Das Medium« ergangenen Aufforderung, Ventilatoren zu schicken, prompt Folge geleistet – und Ventilatoren geschickt. Ja, im Plural – zwei schicke kleine Tischwindmaschinen leisten nun ihre Dienste in der Redaktion. »Auch wenn sich die Verhältnisse nicht wegpusten lassen, vielleicht lindern diese Ventilatoren ja die Hitzewelle«, schrieb uns der gute Benjamin R.

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Da wollen wir auch nicht weiter all die Leserinnen und Leser kritisieren, die dem Aufruf der Kollegin nicht gefolgt sind, sondern unseren Vorbildleser Benjamin R. lobpreisen. Wie schrieb er so schön: »Wenn man es in Deutschland schon kaum aushalten kann, soll es zumindest in Antideutschland erträglich sein.« Wir wissen zwar nicht ganz genau, wo dieses Antideutschland liegt, was wir aber wissen, ist, dass es in den chronisch überhitzten Redaktionsräumen der Jungle World in der Tat deutlich erträglicher geworden ist. Und das kann nur an den neuen Ventilatoren liegen, die sich hier nun unermüdlich drehen. Danke, Benjamin!

Die etwas gesunkenen Temperaturen geben den Anwesenden die Energie, sich um neue Probleme zu kümmern. Etwa die Wespenplage. Wespen sind die Antimücken, sagen Experten. Sie mögen es heiß und trocken, so wie dieser Sommer ist, der uns nach Ventilatorenspenden rufen ließ. Eine Kollegin musste das schmerzhaft am eigenen Leib erfahren. Sie war am Wochenende zur Abkühlung an einen Baggersee gefahren. Und brachte statt des üblichen Dutzends juckender Mückenstiche einen schmerzhaften Wespenstich mit. Dabei habe sie dem schwarz-gelb gestreiften Flugtier gar nichts getan, beteuerte sie.

Die Wespe – gewissermaßen der Wutbürger unter den Insekten – schlägt ohne jeden Grund wild um sich. Kein Wunder, dass ein anderer Kollege sich liberalen Forderungen nach Dialog mit den Aggressoren verweigerte. Als eine Wespe sich Zugang zu den neuerdings gut gekühlten Redaktionsräumen verschafft hatte, versuchte er nicht, ihr erst noch gut zuzureden, sondern schlug direkt zu. Der Kampf erinnerte ein wenig an alte japanische Monsterfilme – Godzilla gegen King Kong, und am Ende liegt Tokio in Schutt und Asche.

Gut, ganz so schlimm kam es nicht, es wirbelten nur ein paar Papierstapel durch die Luft. Aber womöglich war das Vorgehen doch etwas überzogen. Vielleicht schicken Sie uns als nächstes ein bisschen Baldrian, liebe Leserinnen und Leser.

Kreuzworträtsel
In der Jungle World 31/2018, Seite 7, heißt es in dem Artikel »Zu nah am Forschungsobjekt« von Elmar F. Gerhard, die Rechtsextremismusforscherin Alice Blum habe auf ihrem Facebook-Profil eine später wieder gelöschte Erklärung abgegeben. Das ist nicht korrekt. Richtig ist, dass sie diese Erklärung als Facebook-Direktnachricht an einen eingeschränkten Personenkreis schickte.

Außerdem hat sich im letzten Satz der ersten Spalte ein Fehler eingeschlichen. Richtig lautet er: »Das könnte ihre private Angelegenheit sein, wäre Gerber nicht als Regionalleiter der sächsischen IB-Ortsgruppen bekannt und zugleich einer von Blums Interviewpartnern bei ihrer wissenschaftlichen Feldforschung.«