Platte - Sonic Youth: Battery Park

Rock im Park

Das Ende ihrer Band hat einigen der ehemaligen Mitglieder von Sonic Youth nicht gutgetan. Kim Gordon schrieb ein ziemlich langweiliges Buch über ihr Leben und Thurston Moore trollte sich ins Internet, wo er für BDS, die Boykottbewegung gegen Israel, agitiert. Die Lücke, die Sonic Youth in der Rockmusik gelassen haben, ist riesig, und darauf, dass ihre ehemaligen Mitglieder sie in welcher Konstellation auch immer wieder schließen werden, kann man sich nicht verlassen.

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Wenn eine Band sich auflöst, kann man als Fan immer noch darauf hoffen, dass verschollene Mastertapes, B-Seiten oder Jamsessions veröffentlicht werden. Stattdessen gibt es dann einen Konzertmitschnitt, der allerdings allzu oft nur für diejenigen wirklich von Wert ist, die tatsächlich das Konzert besucht haben, das man dann nachhören kann.

Das gilt auch für diese Platte: Am amerikanischen Unabhängigkeitstag gaben­ ­Sonic Youth 2008 ein kostenloses Konzert im Battery Park direkt an der südlichen Spitze Manhattans. Ein Jahr vor ihrem letzten Album »The Eternal« spielten sie sich nochmal durch ihre musikalische Vergangenheit: Vier der insgesamt zehn Songs stammen von ihrem Klassiker »Daydream Nation« von 1988, außer einem kommt auch der Rest mindestens aus dem Jahrzehnt zuvor.

Besonders interessant ist an diesem Auftritt aber nichts. Kim Gordon war nie eine besonders gute Live­sängerin, was man hier besonders arg zu hören bekommt. Dauernd ist sie außer Atem, ihre Stimme klingt unangenehm kratzend, ständig vergisst sie den Text oder kommt aus dem Takt. Falls das Absicht sein soll, funktioniert es nicht. Wer ein tolles Konzert der Band nicht nur hören, sondern auch sehen will, kann dies bei Youtube tun: Ihren Auftritt beim Festival Rock en Seine 2004, den sie nahezu perfekt mit einer ­Version von »Brother James« schließen, kann man dort komplett anschauen.

Sonic Youth: Battery Park, NYC, July 4th 2008 (Matador)

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