Rechter Alltag in Deutschland

Deutsches Haus #40

Protokoll rassistischer und antisemitischer Übergriffe.

Wie die Rhein-Neckar-Zeitung am 25. September berichtete, machte sich ein Mit­arbeiter eines Unternehmens in Sinsheim (Baden-Württemberg) auf rassistische ­Weise über einen dunkelhäutigen Auszubildenden lustig und filmte das Geschehen. Das Video gelangte ins Internet. Zu sehen ist, wie der Filmer versucht, den Auszu­bildenden dazu zu überreden, ein Sport­geschäft aufzusuchen, um zwei Paddel zu kaufen. Dann sagt er: »Irgendwie musst du ja von Italien zurück nach Afrika, Schlauchboote findest du da unten bestimmt genug.« Die Betriebsleitung hat sich öffentlich von dem Video distanziert, der filmende Mitarbeiter wurde abgemahnt.

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Wie das Polizeipräsi­dium Konstanz am 24. September berichtete, beleidigte ein 36jähriger Mann am Abend des Vortags im Eingangsbereich einer Bank in Friedrichshafen (Baden-Württemberg) zwei Männer auf rassistische Weise, die dort Geld an einem Automaten abheben wollten. Zudem drohte er den beiden Prügel an. Auch nach dem Eintreffen hinzugerufener Polizeibeamter äußerte der 36jährige rassistische Sprüche. Der polizeibekannte Mann stand zur Tatzeit unter Alkohol­einfluss.

Einem Bericht der Abendzeitung vom 22. September zufolge befand sich eine 16jährige in einer U-Bahn in München (Bayern), als ein Unbekannter an sie herantrat und nach ihrer Konfession fragte. Die Jugendliche sagte, sie sei muslimischen Glaubens. Daraufhin beleidigte sie der Mann mit den Worten: »Geh doch zurück in die Wüste!« Nachdem der Unbekannte die Bahn verlassen hatte, näherte sich ein weiterer Mann der 16jährigen, behauptete, sie habe ihn gekratzt, und versuchte, sie zu schlagen. Andere Fahrgäste kamen der Jugendlichen zu Hilfe und verließen gemeinsam mit ihr die Bahn. Das Kommissariat für politisch motivierte Kriminalität ermittelt.

Auf dem Oktoberfest in München (Bayern) beschimpfte ein 21jähriger am 21. September einen 18jährigen auf rassistische Weise und gab ihm eine Ohrfeige. Der Angegriffene wehrte sich und schlug dem Angreifer sowie dessen ebenfalls 21jährigem Begleiter ins Gesicht. Einem Bericht der TZ zufolge erging gegen die beiden 21jährigen jeweils eine Anzeige wegen Beleidigung und Körper­verletzung. Gegen den 18jährigen wird wegen Körperverletzung ermittelt.