Deutsches Haus

Der NDR berichtete am 1. April von einer wachsenden Zahl rechtsextremer Gewalttaten in Schleswig-Holstein. Seit 2017 gab es demnach mehr Fälle von Körperverletzungen, Drohungen und Sachbeschädigungen aus rechter, antisemitischer oder rassistischer Motivation als in den Jahren zuvor. Insgesamt 57 solcher Straftaten mit 113 Opfern, darunter 19 Kinder, zählte das »Zentrum für Betroffene rechter Angriffe« (Zebra e. V.) im Jahr 2019. Wie die Westdeutsche Zeitung am 31. März berichtete, erhebt der Zentralrat deutscher Sinti und Roma schwere Vorwürfe gegen Mitarbeiter der Stadt Kempen (Nordrhein-Westfalen). Während einer Kontrolle auf dem Gelände einer Gemeinde der evangelischen Freikirche sei es zu antisemitischen Äußerungen gekommen. »Das sind doch Juden, die sich hier versammeln«, und: »Ach, Judenkinder spielen hier auch«, sollen die Mitarbeiter der städtischen Bauaufsichtsbehörde gesagt haben. Dem Zentralrat zufolge hängt in der Gemeinde in Kempen, wie auch in vielen anderen Freikirchen, eine Fahne des Staates Israel und ein Davidstern, um die Verbundenheit mit den jüdischen Gemeinschaften sichtbar zu machen. Die Stadt Kempen wies den Vorwurf zurück. In der Nacht vom 30. auf den 31. März beschmierten Unbekannte dem Weserkurier zufolge im Bremer Stadtteil Östliche Vorstadt mehrere Hauswände und Fahrzeuge mit antisemitischen und verfassungsfeindlichen Symbolen. Die Ermittlungen laufen. Am 28. März fand eine Familie in Neu Wulmstorf (Niedersachsen) einen Zettel mit einer rassistischen Botschaft in ihrem Briefkasten. Der anonyme Verfasser drohte, er »habe Corona« und den »Brief mehrfach behustet und an allen Ecken angeleckt«. Weiter hieß es, er »werde nicht alleine gehen von dieser Welt«. Seine »letzte Mission« sei es, seinen Kindern und Enkeln »eine ausländerfreie Welt zu überlassen«. Die mit Rechtschreibfehlern gespickte Nachricht schloss mit nationalsozialistischen Parolen. Das Gesundheitsamt konnte den 28jährigen Familienvater, der den Zettel gefunden hatte, beruhigen. Das Virus sei kaum per Papier übertragbar. »Aber meine Frau hat Angst rauszugehen, weil sie Angst hat, angegriffen zu werden«, zitiert die Hamburger Morgenpost den Betroffenen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. 871 Übergriffe auf Muslime und muslimische Einrichtungen registrierten deutsche Behörden im vergangenen Jahr, wie der Deutschlandfunk am 28. März berichtete. Wie die Rhein-Neckar-Zeitung meldete, ereignete sich am Abend des 27. März ein rassistischer Vorfall in der Innenstadt von Mannheim (Baden-Württemberg). Ein junger Mann griff vor einem Supermarkt in einem Einkaufszentrum zwei asiatisch aussehende Frauen an. Zunächst beleidigte er sie auf rassistische Weise, spuckte und hustete sie an. Dabei sagte er »Corona«. Schließlich schlug er einer der Frauen ins Gesicht, wobei ihre Brille beschädigt wurde. Erst als die Frauen um Hilfe riefen, wurden Mitarbeiter des Supermarkts aufmerksam, woraufhin der Angreifer floh. to

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