Auf neuen Wegen

Die legendäre irische Band The Wild Geese füllte vor Jahren auch in Deutschland die großen Konzertsäle – nach der Trennung gingen die Bandmitglieder sehr unterschiedliche Wege. Einer, der der Musik treu blieb, ist Mick Fitzgerald, und nun hat der Singer/Songwriter aus Dublin ein neues Soloalbum veröffentlicht. Wobei »solo« nicht ganz zutrifft, er hat nämlich hochkarätige Musiker ins Studio gebeten, unter ihnen Gerry O’Connor (ebenfalls ehemals Wild Geese, heute bei den Dublin Legends) und Marianne McEvoy, deren Schwester Eleanor mit »Only a Woman’s Heart« in aller Welt zu bleibendem Ruhm gelangt ist.
Bei den Arbeiten am neuen Album tauchte ein verschollenes Band aus den achtziger Jahren auf, damals spielten Mick Fitzgerald und Gerry O’Connor bei Tipsy Sailor, ein Stück vom Band wurde übernommen und macht das Album zur Fundgrube für Nostalgiker, die sich daran erinnern, wie verdammt gut Tipsy Sailor waren. Das wiedergefundene Lied ist »The Black Dodder«, geschrieben von Mick Fitzgerald selbst, der immer schon einen Hang zu sehr bildstarken Balladen hatte: jede davon wie ein kleiner Film, der sofort vor den eigenen Augen abläuft. Tatsächlich ist zu dem Lied »City Almost Gone« in Irland bereits ein Film gedreht worden. Alle Stücke auf diesem, seinem Dubliner Stadtteil Cabra gewidmeten Album stammen aus seiner Feder, und weil er immer mit mindestens anderthalb Beinen in der irischen traditionellen Musik steht, ist hier seine ganz eigene, unverkennbare Mischung zu hören.

Mick Fitzgerald: ­Cabra Tracks (­Rillenschlange CD)

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