Small Talk mit Rami Aman vom Gaza Youth Committee

»Wir haben eine gute Reputation in Gaza«

Das in Gaza-Stadt ansässige Gaza Youth Committee hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf die überaus schwierige Lage im Gaza-Streifen aufmerksam zu machen und Kontakte in alle Welt und insbesondere auch nach Israel zu knüpfen, um eine friedliche Lösung des Konflikts zu unterstützen. Jüngst initiierte das Gaza Youth Committee ein Fahrradquerfeldeinrennen, den »Ride for Peace«, das auf beiden Seiten der Sperranlage, im Gaza-Streifen und in Israel, stattfand. An dem Rennen beteiligten sich am 21. Juni nach Angaben der der Alliance for Middle East Peace (ALLMEP) Dutzende von Jugendlichen aus dem Gaza-Streifen und Israelis, der Jerusalem Post zufolge war es »ein historisches Solidaritätsereignis«. Die Jungle World sprach mit dem 37jährigen Rami Aman, der das Gaza Youth Committee im Jahr 2010 gegründet hat; in der Hamas nahestehenden Medien wurde er beschuldigt, an einer »Normalisierung« im Verhältnis zu Israel zu arbeiten; er wurde bereits des Öfteren verhaftet.

Anzeige

Wie ist die Lage des Gaza Youth Movement zurzeit?
Die Situation ist super, das Gaza Youth Committee hat eine Menge wichtiger Partner überall. Wir können unsere eigene innere Organisation schaffen. Nach langen Jahren der Arbeit seit dem Beginn des Committee sind wir nicht isoliert in Gaza, wir haben hier eine gute Reputation. Im Gaza Youth Committee sind eine Menge Anführer und Entscheidungsträger.

Werden repressive Maßnahmen gegen das Gaza Youth Committee ergriffen?
Ja, natürlich, es gibt Verhaftungen, Vorladungen, strafrechtliche Verfolgungen und anderes. Im Juli verhafteten sie mich für 21 Tage wegen meiner Arbeit und der Initiativen mit Israelis und Ausländern.

Im Januar 2017 kam es zu großen Protesten im Gaza-Streifen gegen die Stromausfälle und Energieknappheit. Hat sich die Energieversorgung seither gebessert?
Nein. Ich denke, sie benutzen Energiekrisen für ihre eigenen Interessen.

Was sind die nächsten Schritte für das Gaza Youth Committee?
Ein Studio in unserem Büro aufbauen, um die Medienarbeit zu fördern, unter anderem mit einem Online-Radio, und Geschehnisse aus Gaza weiterzuverbreiten. Wir werden auch weiterhin unsere friedliebende Stimme erheben, wir müssen unseren inneren Frieden erlangen, um ihn bei anderen zu befördern.

Etwa 70 Prozent der Bevölkerung des Gaza-Streifens sind unter 30 Jahre alt. In welcher Lage befindet sich die Jugend dort?
Die Lage ist sehr kompliziert, es gibt eine hohe Arbeitslosenrate und keine Zukunft. Aber mit offenen Treffen, mit Lernen und Bildung verändern wir etwas.