Deutsches Haus #27/2020

Am Abend des 25. Juni lief ein 60jähriger mit einer Kippa auf dem Kopf durch Zeitz (Sachsen-Anhalt). Er traf auf einen 33jährigen, der ihn auf antisemitische Weise bedrohte. Daraufhin setzte sich der ältere Mann mit Pfefferspray zur Wehr und traf den Angreifer im Gesicht. Der 60jährige verständigte den Angaben der Volksstimme zufolge die Polizei, Beamte nahmen die Personalien des 33jährigen auf. Am Abend des 23. Juni traf ein 25 Jahre alter Syrer auf offener Straße im Leipziger Stadtteil Lindenau (Sachsen) auf vier Männer, die rassistische Parolen riefen und ihn anpöbelten. Als er sie deshalb zur Rede stellen wollte, versetzte ihm einer der Männer einen Kopfstoß, dann traten alle vier auf ihn ein. Danach flüchteten sie. Ein Zeuge verfolgte die Gruppe und alarmierte die Polizei. Wie aus einem Bericht der Leipziger Volkszeitung hervorgeht, nahmen Beamte drei Tatverdächtige fest. Der Haftrichter erließ Haftbefehle gegen die bereits wegen Körperverletzung vorbestraften Männer. Am Abend des 22. Juni beschimpfte ein alkoholisierter 44jähriger an einer Bushaltestelle in Wolfsburg (Niedersachsen) drei Jugendliche auf rassistische Weise und bedrohte sie mit einem Messer. Die Jugendlichen flüchteten, der Mann verfolgte sie. Erst als die Angegriffenen die Polizei verständigten, ließ der 44jährige von ihnen ab. Beamte nahmen ihn kurz darauf in der Nähe fest. Wie aus einem Bericht der Wolfsburger Nachrichten hervorgeht, ist der Mann wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und rassistischer Äußerungen bereits polizeibekannt. Am Abend des 21. Juni war eine 33jährige mit ihrem Kind auf dem Arm im Berliner Bezirk Lichtenberg unterwegs, als ein Unbekannter sie unvermittelt am Arm festhielt. Der Mann spuckte ihr zweimal ins Gesicht, schubste sie weg und trat ihr gegen den Oberschenkel. Dabei beleidigte er sie auf rassistische Weise. Dann flüchtete er. Den Polizeiangaben zufolge zog sich die Frau eine leichte Beinverletzung zu. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt. Am Nachmittag des 18. Juni gab ein 47jähriger in einem U-Bahnwaggon der Linie U9 in Berlin rassistische und volksverhetzende Sprüche von sich. Als der Mann an ­einem Bahnhof im Bezirk Mitte ausstieg, informierten andere Fahrgäste Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes. Diese hielten den 47jäh­rigen fest und verständigten die Polizei. Als die Beamten eintrafen, brach der Mann zusammen und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Dort bedrohte er einen ihn begleitenden Polizisten und beschimpfte ihn auf rassistische Weise. Da er dabei auch von einer Schusswaffe sprach, durchsuchte die Polizei seine Wohnung, wurde jedoch nicht fündig. Der Staatsschutz ermittelt wegen Beleidigung, Volksverhetzung sowie Bedrohung und Beleidigung eines Polizeibeamten. mst

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