Chronik rassistischer und antisemitischer Vorfälle

Deutsches Haus #33/2020

Ein Unbekannter störte der Website des ­Zeitungsverlags Waiblingen zufolge am 6. August eine Geburtstagsfeier in Steinenbronn (Baden-Württemberg). Nach Angaben der Polizei war er wahrscheinlich über einen Zaun geklettert und beleidigte anschließend die Feiernden auf rassistische Weise. Als er von einem 57jährigen auf­gefordert wurde zu gehen, reagierte er nicht und wurde daraufhin von ihm zurückgedrängt. Dann griff der Unbekannte dem Mann an den Hals und begann, ihn zu würgen. Zwei 20- und 22jährige Zeugen kamen zu Hilfe und hielten den Angreifer zunächst am Boden fest, bevor dieser schließlich über den Zaun flüchten konnte. Wie das Portal Thüringen 24 berichtete, zeigte in Erfurt am 5. August an einer Tramhaltestelle ein offenbar alkoholisierter Mann einer Gruppe Ausländern den Hitlergruß und rief ihnen zu: »Ich bin Nazi. Das lasse ich mir von keinem Scheiß-Kanaken nehmen. Wenn es nach mir ginge, wärt ihr alle nicht hier!« Wie Suleman Malik, der Sprecher der Ahmadiyya-Gemeinde, auf Twitter berichtete, drohte der Mann kurze Zeit später auch ihm mit den Worten: »Abgeschossen werdet ihr!« Malik dokumentierte den Vorfall mit Videoaufnahmen. Wie die Berliner Polizei berichtete, beleidigte ein 36jähriger in den frühen Morgenstunden des 3. August im Bezirk Reinickendorf einen 21jährigen auf rassistische Weise. Zudem bedrohte er die Mutter des jungen Mannes mit dem Tod. Im Beisein alarmierter Polizisten äußerte sich der alkoholisierte 36jährige weiterhin in beleidigender Weise über die Mutter und ihren Sohn. Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Wie der NDR berichtete, beleidigten Unbekannte am 1. August eine Gruppe schwarzer Jugendlicher am Hamburger Bahnhof Blankenese auf rassistische Weise und schlugen auf sie ein. Ein zwölfjähriges Mädchen erlitt durch einen Faustschlag ins Gesicht eine Prellung und musste noch an Ort und Stelle medizinisch versorgt werden. Der Polizei zufolge war die Gruppe ebenso wie die Angreifer mit einem Bus der Linie 488 unterwegs gewesen, in dem Letztere die Kinder und Jugendlichen bereits beleidigt hatten. Am Bahnhof Blankenese ­waren alle gemeinsam ausgestiegen. Die Täter flüchteten nach dem Angriff. lar

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