Thomas von der Osten-Sacken

Es reicht, um das ganze andauernde Elend nicht nur in Syrien selbst, sondern internationaler Syrienpolitik zu fassen, die Schlagzeilen der Tagesschau von heute zu spiegeln. Mehr muss man eigentlich nicht sagen:

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Ein Bild aus dem Iran aus Zeiten von Corona: Auf dem Parkplatz eines Teheraner Krankenhauses werden Menschen mit Sauerstoff versorgt, weil alle Betten in der Intensivstation belegt sind:

Seit Wochen baut das türkische Militär seine Präsenz im Nordirak aus, wie eine von Rudaw publizierte Karte  zeigt:

 

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Während Ägypten versucht, Touristen ins Land zu locken, gehen die Sicherheitsbehörden gegen medizinisches Personal vor, das die Krise des Gesundheitssystems öffentlich macht.

 

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(Bildquelle: Raseef22)

An einem Tag, an dem in den USA auf einer Black-Lives-Matter-Demonstration ein Mann erschossen wurde, richteten sich elf von zwölf Tweets des britischen BLM-Ablegers gegen Israel.

 

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Deutsche Rüstungsexporte florieren und eines der Hauptabnahmeländer unter den vielen, die im Nahen Osten beliefert werden, ist weiterhin die Türkei:

Social Distancing ist nicht möglich, genügend Wasser gibt es auch nicht. Der Musiker Daniel Benyamin hat mich kürzlich über die Lage auf Lesbos interviewt:

 

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Bei Al Capone war es bekanntermaßen die Steuererklärung, bei Rifaat al Assad, dem Schächter von Hama, sind es seine korrupten Geschäftspraktiken, die ihn nun dahin bringen, wohin er gehört: in den Knast

Rifaat al-Assad was convicted of embezzling Syrian state funds to buy homes and offices worth €90m (£76m).

The 82-year-old former vice-president denies any wrongdoing. His lawyers say he will appeal.

Die Lage in Syrien verschlechtert sich in rasantem Tempo, das Pfund befindet sich in freiem Fall: Fast 3000 bekam man kürzlich für einen US-Dollar, vor zwei Wochen waren es noch 2000, zu Beginn der Proteste im Jahr 2011 waren es 47.

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Viel Vergnügen hat der neue irakische Premier nicht mit seiner Position, auf den Straßen des Irak gehen die Demonstrationen trotz Corona weiter und nun droht dem Zweistromland auch noch eine schwere Finanzkrise, bald werden wohl keine Gehälter mehr gezahlt werden können:

Assad geht das Geld aus. Damit teilt er das Schicksal fast aller Nahostdespoten, deren Länder schon vor Corona wirtschaftlich am Ende waren und nun noch mehr am Ende sind. Seit der Libanon de facto bankrott ist, fällt auch das kleine Nachbarland als Drehscheibe syrischen Schmuggel mehr oder minder weg. So verfällt das Pfund weiter in rasantem Tempo und alle Notmaßnahmen der Regierung erweisen sich als hoffnungslose Unterfangen:

Auch in der Türkei stehen Lockerungen der zum Teil heftigen Corona bedingten Beschränkungen an. Die Frage allerdings ist, ob dies zu einer zweiten Welle oder gewissen Normalisierungen führt:

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(Türkisch-syrische Grenze, Bild: Twitter)

 

Flüchtlinge aus dem notorischen Moria Lager schreiben einen offenen Brief an die Caritas Austria

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