Thomas von der Osten-Sacken

Laut UN haben russische, iranische und syrische Truppen in den vergangenen Monaten

Man möchte sich nicht ausmalen, was geschehen wird, der Coronavirus breitete sich in den Flüchtlingslagern im Nahen Osten aus.

 

Die Situation im Irak ähnelt in vielem dem Arabischen Frühling. Im vergangenen Herbst entstand im Irak eine bis dahin ungekannte Protestbewegung. Sie richtet sich nicht nur gegen die unfähige eigene Regierung, sondern auch gegen die iranische Einflussnahme.

 

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(Bagdad; Bildquelle: My Stealthy Freedom)

 

Achtundvierziger Revolutionären täte gefallen, was sich da gerade in Bagdad abspielt. Und ein Hauch von 1968 ist auch dabei. Aber wer interessiert sich dafür schon im Europa von heute?

 

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Sollten irgendwann noch einmal andere, bessere Zeiten anbrechen, dann wird die Geschichte von Kafranabel in Syrien wohl als erschreckendes Beispiel dafür dienen, wie in diesen furchtbaren Zeiten Menschen, die einfach nur nicht weiter unter einer ekelhaften Diktatur leben wollten, so lange und so systematisch von allen verraten wurden, bis am Ende ihre Stadt in Trümmern lag und sie zu Flüchtlingen wurden.

 

Wer die Zeit findet, kann sie bis zum Ende durchscrollen. Als pdf sind es 27 eng bedruckte Seiten, die "Liste ehemaliger NSDAP-Mitglieder, die nach Mai 1945 politisch tätig waren".

Und danach dann bitte keine empörten Erklärung oder Kommentare zu Thüringen mehr, von wegen zum ersten Mal in der Bundesrepublik Kooperation mit Nazis etc. pp..

Dafür ein antifaschistisches Danke.

 

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(Moria: Inzwischen Unterkunft für 19.000; Bild: Klaus Bietz)

Seit langem setzten die palästinensischen Parteien auf zweifelhafte Freunde: Ob Saddam Husseins oder die Islamische Republik.

 

Leader of the Islamic Revolution Ayatollah Seyyed Ali Khamenei (R) and Hamas leader Ismail Haniyeh, Sunday, February 12, 2012 (PressTV)

Einen Tag, nachdem Trumps "Deal of the Century" bekannt gegeben und sofort von palästinensischen Parteien, dem Iran und der Türkei abgelehnt wurde, versammelte sich dieser doch etwas traurige Haufen zu einer "From the River to the Sea, Palestine will be free" Demonstration in Berlin.

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In den vergangenen Tagen kam es überall zu Angriffen auf die Demonstranten im Irak. Die haben 12 Tote und über 300 Verletzte zu beklagen, konnten aber in den meisten Städten trotz der Gewalt ihre Stellungen halten.

Neben Bagdad ging es besonders blutig in der südirakischen Stadt Nassiriyah zu, wo vermummte schiitische Milizionäre scharf schossen und kurzzeitig den Habubi-Paltz stürmen konnten, wo sie die Zelte der Protestbewegung zerstörten.

Die begann heute mit dem Wiederaufbau:

 

 

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(Bildquelle; Ziyad Matti, Rudaw)

 

Nachdem Muqtada al Sadr gestern zu einem Millionen-Mann-Marsch gegen die USA aufgerufen hatte, der bei der Protestbewegung gar nicht gut ankam, dafür aber die volle Unterstützung aller anderen Milizen und schiitischer Parteien hatte, entzog er heute den Demonstranten seine Unterstützung.

(Bildquelle: Press TV)

 

Vergangenen Montag war ich in Wien zu einem Mena-Watch Gespräch über die neuen Proteste im Nahen Osten eingeladen.

Hier eine kurze Zusammenfassung dieses Gesprächs:

 

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(Bildquelle: Baghdad Post)

 

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(Rasanter Verfall: Syrisches Pfund und US-Dollar)