Von Tunis nach Teheran

Vergangenen Montag war ich in Wien zu einem Mena-Watch Gespräch über die neuen Proteste im Nahen Osten eingeladen.

Hier eine kurze Zusammenfassung dieses Gesprächs:

 

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(Bildquelle: Baghdad Post)

 

Über den am 3. Januar von einer US-Drohne getöteten Revolutionsgardisten Qassem Soleimani sagte das iranische Staatsoberhaupt Ayatollah Khamenei, er habe sein Leben dem heiligen Krieg gewidmet. Wie so ein Dschihad-Leben aussah, beschrieb der General ein Vierteljahr zuvor…

 

 

Nachdem sich Syrien für die Türkei als eine Sackgasse herausgestellt hat, beginnt Ankara neue Abenteuer in Libyen.

 

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(Rasanter Verfall: Syrisches Pfund und US-Dollar)

 

Und es geht weiter:

Another 350,000 Syrians, most of them women and children, have been displaced in the past month by Russian-regime attacks on Idlib Province in northwest Syria, the UN reports.

Im iranischen Establishment zeigen sich erste Risse: Journalisten, Künstler und Sportler distanzieren sich öffentlich von dem Regime.

 

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(Quelle: Twitter)

 

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('True Friends': Der libysche Premier Fayez al-Sarraj und der türkische Präsident)

 

Die neuen Demonstrationen im Iran zeigen auch, dass die junge Generation sich von jahrzehntelanger erprobter Propaganda nicht mehr beeindrucken lässt.

 

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(Proteste vor der Amir Kabir Universität, Quelle: Wikipedia)

 

Die Tötung des islamistischen General Qasem Soleimani hat den Konflikt zwischen dem Iran und den USA drastisch verschärft. Indessen adressiert die Partei "Die Linke" Forderungen nach einer Deeskalation vor allem an die USA. Die Exil-Iranerin und Menschenrechtlerin Mina Ahadi sieht darin eine "Politik der Einseitigkeit". In einem offenen Brief wendet sie sich an die Partei.

 

Fast fünfzig Jahre hat Sultan Qabus den Oman vergleichsweise mild regiert. Die Regelung der Nachfolge verlief erstaunlich glatt, die Herausforderungen bleiben aber groß.

 

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Das iranische Verhalten beim Abschuss des Passagierflugzeuges 752 in Teheran steht in einer langen Tradition diktatorischer Regierungen

 

 

Als nach der Tötung von General Soleimani das iranische Regime landesweit Trauerfeiern organisieren ließ, zu denen ganze Busladungen von Schülern und Staatsbediensteten gekarrt wurden, meldete der Sender ARTE: „Selten waren die Iraner so vereint wie in diesen Tagen“.

Dass es mit der Einheit von Volk und Führung, die so gerne von deutschen Medien und Nahostexperten beschworen wird, überall in der Region nicht (mehr) weit her ist, müsste sich eigentlich langsam herumgesprochen haben. Aber allzu oft scheint der Wunsch Vater des Gedanken.